Unterwäsche in früheren Zeiten
Unterwäsche, also Kleidung, die man unter der eigentlichen Kleidung trägt, gehört schon seit vielen Jahrtausenden zur Ausstattung der Menschen.
Das Wort Wäsche leitet sich von Waschen ab und deutet auf den Sinn der Unterwäsche hin. Sie sollte die Überkleidung schützen und leicht zu reinigen sein.
Deshalb wurde Unterwäsche meistens aus Leinen oder Baumwolle hergestellt, die man sehr leicht reinigen und notfalls auch kochen konnte.
Die Unterwäsche der früheren Zeiten bestand meistens aus einem Unterhemd. Und zumindest seit dem Mittelalter trugen Männer auch eine Art Unterhose. Sie wurde Bruche oder Bruch genannt und bestand aus einem Stoffstück, das um die Hüfte gebunden wurde. Ein wenig erinnert sie an die Stoffwindeln für Babies. Später wurde aus der Bruch dann eine richtige Hose.
Für Frauen war es bis ins 19. Jahrhundert hinein unschicklich, eine Unterhose zu tragen. Gelegentlich wurde zum Reiten eine angelegt, wenn die Röcke sehr weit waren. So sollten die Beine vor den Blicken der Männer geschützt werden.
Als die Mode in der Mitte des 19. Jahrhunderts große Reifröcke vorgab, setzte sich allmählich die Unterhose bei den Frauen durch. Sie diente ebenfalls als Sichtschutz, da die großen Reifröcke beim Hochheben tiefe Einblicke gewährten.
Diese Unterhosen waren lang und zwischen den Beinen offen, damit die Damen auch zur Toilette gehen konnten, ohne sich völlig zu entkleiden.
Doch obwohl die Unterwäsche meistens von der Oberbekleidung völlig bedeckt blieb, wurde doch darauf geachtet, dass sie schön aussah. Hemd und Hose wurden mit Rüschen und Spitzen verziert und sie wurde immer ordentlich gebleicht, damit sie auch strahlend weiß blieb.
Heute erscheinen uns die Wäschestücke aus Omas Zeiten zwar sehr bieder und antiquiert, aber in ihrer Zeit waren sie hochmodern. Denn die Damen wussten schon damals, was auch heute immer noch gilt: Allein durch das Bewusstsein, dass man schöne Wäsche trägt, fühlt man sich gleich viel besser.


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