Schmuck der Indianer


Indianischer Schmuck erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit. Ein Navajo mit Namen Atsidi Saani erlernte um 1850 in Arizona die Verarbeitung von Silber von einem spanischen Silberschmied. Von ihm erlernten es andere Indianer und so begann allmählich, zunächst mit sehr einfachen Werkzeugen, die Herstellung von Schmuck aus Silber.

Als Grundmaterial verwendeten sie am Anfang mexikanische Silbermünzen und später auch amerikanische Silberdollar, die sie einschmolzen. Händler, die ihre Heimat, die Mesas im Südwesten der Vereinigten Staaten, besuchten, begannen Geschäfte mir den Indianern zu machen. Sie verkauften ihnen feinere Werkzeuge und vorgefertigtes Silber und ließen sich mit fertigen Schmuckstücken bezahlen, die sie dann weiterverkauften.

Heutzutage stellen viele Indianer in ihrem Zuhause Schmuckstücke her und bringen ihre Kreationen zu den sogenannten Trading-Post’s, um sie dort zu verkaufen oder wiederum in Rohmaterial einzutauschen. Schmuck der Indianer ist bei den Touristen ein sehr beliebtes Souvenir. Man findet Halsketten und Anhänger, Armbänder, Fingerringe und Ohrschmuck, aber auch Uhrenarmbänder, Hutbänder und Gürtelschnallen in allen Preisklagen und unterschiedlichen Designs.

Jede Gruppe der Indianer hat ihren eigenen Stil. So verwenden die Navaja sehr gern Türkise – bei den Navajo ein heiliger Stein – für ihren Silberschmuck. Sie verzieren ihre Silberarbeiten sehr schön mit Blumen, Blättern oder feinen Ornamenten und veredeln ihn mit einem großen, wenig bearbeiteten Türkis oder auch mehreren kleineren Türkisen oder Korallen. Die Türkise werden in Minen Nevada, Arizona, New Mexico und Colorado gewonnen.

Die Hopi haben eine spezielle Technik – Silver Overlay genannt – entwickelt, einen mehrdimensionalen Effekt durch zusammenlöten mehrerer Silberplatten zu erzielen. Der Schmuck der Hopi ist der teuerste unter den indianischen Schmuckstücken.

Die Schmuckstücke der Zuni unterscheiden sich deutlich von denen der Navajo und Hopi. Sie haben eine besonders feine Technik entwickelt. Man nimmt an, dass die Zuni früher als andere Stämme elektrischen Strom einsetzten, den sie kennenlernten, weil schon früh die Eisenbahn nahe ihres Pueblos vorbeiführte. Sie lernten, Maschinen mit Strom zu betreiben und konnten so die für ihre Schmuckstücke verwendeten Steine präziser schleifen als die anderen Stämme in ausschließlicher Handarbeit. Auch kleinste Stückchen waren zuschneidbar und sie entwickelten einen ganz eigenen Stil an Mosaikarbeiten mit Korallen, Muscheln und Türkisen. Ihre Arbeiten bestechen durch ihre Farbigkeit und die feinen Details.

Allen Schmuckstücken der Indianer ist gemeinsam, dass traditionelle Motive verwendet werden. Doch die Umsetzung auch in modernen Formen ist sehr variationsreich.

Autorin: Susan Mueller
ralf-richter1@gmx.de


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