Unternehmensfinanzierung mit Wertpapieren – Aktien, Anleihen, Genussscheinen


Finanzierungen für Unternehmen können beteiligungsorientiert über die außerbörslichen Kapitalmärkte mit Wertpapier-Emissionen realisiert werden. Neben Aktien können insbesondere Anleihen oder Genussscheine ausgegeben und Kapital beschafft werden. Die Aktiengesellschaft und die Kommanditgesellschaft auf Aktien erhalten ihr Grundkapital durch die Ausgabe von Aktien als Wertpapiere. Es kann sich um Inhaberaktien oder Namensaktien, die ins Aktienbuch einzutragen sind, handeln. Namensaktien werden regelmäßig mit einer Vinkulierung versehen, wodurch die Übertragbarkeit der Aktien nur mit Zustimmung der Gesellschaft zulässig ist. Die Aktien können als vollstimmberechtige Stammaktien oder als eingeschränkt stimmberechtigte Vorzugsaktien ausgegeben werden. Aktien werden regelmäßig als Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von Euro 1,- ausgegeben; sie können jedoch auch mit einem festen Nennwert von Euro 1,- oder höher versehen werden. Bei der Kommanditgesellschaft auf Aktien sind die satzungsrechtlich bestimmten Komplementäre die gesetzlichen Vertreter als Vorstände. Anders bei der normalen Aktiengesellschaft, in der die Vorstände durch den Aufsichtsrat alle fünf Jahre neu gewählt werden müssen.

An der Aktiengesellschaft, der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und an der Kommanditgesellschaft als kapitalistisch geprägte Gesellschaftsformen (im Gegensatz zur GmbH, die eher personalistisch strukturiert ist) können sich Einzelinvestoren, Private Equity Gesellschaften oder Venture Capital Gesellschaften beteiligen und über ihre Einheits-Stimmrechtsmacht erheblichen Einfluß ausüben. Soweit die Gesellschaftsanteile unter Privatanlegern breit gestreut sind spricht man von einer sogen. “Publikumsgesellschaft”, in der die Stimmrechte zersplittert sind. Dies gibt sodann den Hauptaktionären in der AG oder den Komplementären in der KG eine stärkere und unabhängigere Stellung nach dem Motto “divide et impera”.

Die Ausschüttungen an Aktionäre, Kommanditisten oder sonstige haftende Gesellschafter sind immer erfolgsabhängige Gewinnverteilung. Sie schmälern also nicht den körperschaftssteuerpflichtigen Ertrag einer Kapitalgesellschaft. Im Gegensatz dazu stellen die Ausschüttungen an Mezzaninekapitalgeber Aufwand der Gesellschaft dar, der wie Zinsaufwand steuerlich abgesetzt werden kann. Ausschüttungen an Mezzaninekapitalgeber sind nur bilanzrechtlich “Gewinnverteilung”, steuerrechtlich jedoch nach einer Rechtsfiktion des Gesetzgebers “Zinsaufwand”. Aktien sind also Dividenpapiere, während Genussrechte und stille Beteiligungen aus der Sicht des Unternehmens “Zinsbeteiligungen” darstellen.

Die Ausgabe von Aktien (Aktienemission) und Kommanditbeteiligungen (Publikums-KG, KG-Fonds) sind wegen des unkomplizierten und formlosen Gesellschaftsbeitritts für Massenbeteiligungen geeignet. Damit eröffnen diese Beteiligungsformen den Weg für kapitalmarktorientierte Finanzierungswege und bankenunabhängige Kapitalbeschaffungs-Maßnahmen. Hierbei sind jedoch nicht nur die jeweiligen gesellschaftsrechtlichen Regeln, sondern insbesondere die kapitalmarktrechtlichen und die bankaufsichtrechtlichen Vorschriften zu beachten. Die letzteren Gesetzesvorschriften sind insbesondere im Kreditwesengesetz, in den Prospektgesetzen und im Wertpapierhandelsgesetz sowie im Börsengesetz geregelt.

Für die Kapitalbeschaffung von Aktienkapital als Wertpapier ist ein Wertpapierverkaufsprospekt (Aktienemissionsprospekt) erforderlich, während für GmbH-Kapital, KG-Kapital und GbR-Kapital lediglich ein Verkaufsprospekt über Vermögensanlagen vorgeschrieben ist (= nicht wertpapierverbriefte Gesellschaftsbeteiligungen). Beide Formen von Beteiligungsverkaufsprospekten bedürfen der bankaufsichtsrechtlichen Genehmigung durch die Wertpapieraufsicht (BaFin).

Finanzierungen für den Mittelstand mit flexiblem Mezzaninekapital als Genussscheine stellen eine optimale Finanzierungslösung dar, zumal Mezzanineverträge immer sogen. Individualverträge sind. Mit jedem Genussrechts-Kapitalgeber kann also eine individuelle Vereinbarung über Laufzeit und Ausschüttungshöhe vereinbart werden. Die Ausgestaltungsmöglichkeiten von Mezzanine-Kapital sind gesetzlich nicht oder nur wenig geregelt, so dass flexible und interessengerechte Finanzierungslösungen möglich sind.






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