Holz als Malgrund
Über eine sehr lange Zeit war Holz der wichtigste existierende Bildträger in Kunst und Kunsthandwerk
Ohne diesen Rohstoff wären Auftragsarbeiten
in der Malerei bis weit ins 17. Jahrhundert nicht möglich gewesen. Holz ist ein besonderer Werkstoff und benötigt einen langwierigen Prozess zur Trocknung. Es kann unter Umständen immer wieder auf Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswechsel reagieren. Somit gibt es hohe Anforderungen an Auswahl, Lagerung, Verarbeitung und Aufbewahrung dieses Rohstoffes. Künstler sind schon immer mit dieser Problematik vertraut und entwickelten im Laufe der Zeit stetig neue Umgangsweisen mit diesen natürlichen Eigenschaften des Werkstoffes.
So ist die Auswahl der für den jeweiligen Verwendungszweck geeigneten Holzart von großer Wichtigkeit. In der Regel wurde von Künstlern Holz aus der eigenen Region verwendet, denn der Transport des Holzes war auf damals unbefestigten Wegen über größere Entfernungen fast unmöglich. Künstler unterwegs auf Reisen nutzten bisweilen regionaltypische Hölzer aus denselben Gründen.
Die Problematik dieses Untergrundes aus fortwährend arbeitendem Material führte zusammen mit der Nachfrage nach immer größer werdenden Bildabmessungen schließlich zur Verdrängung der Holztafel als Bildträger. Mit modernen Mitteln hergestellte Holzwaren bieten gegenwärtig aber sinnvolle Alternativen unter weitgehendem Ausschluss der angeführten Eigenschaften.
Fertig grundierte Malplatten aus Holz in Verbindung mit textilem Gewebe verfügen über ähnliche Eigenschaften wie Hartfaserplatten. Sie sind stabil, leicht und lassen sich platzsparend lagern.
Holzmalplatten aus Sperrholz bieten die Möglichkeit, mosaikartige Bildkompositionen zusammenzustellen. Sie werden genau wie andere Holzobjekte grundiert und erlauben alle üblichen Techniken der Malerei.
Auch auf Metallplatten wurden Versuche in der Malerei unternommen. Die Einführung von Drucktechniken mit Metallplatten bildete sicher die Voraussetzung dafür, dass beispielsweise Kupfer vorübergehend auch eine bedeutende Rolle bei der Miniaturmalerei spielte. Dabei war Vorzug und Verlockung für den Miniaturmaler eindeutig die Glätte und die Oberflächenbeschaffenheit des Kupfers, die eine emailähnliche Bemalung erlaubt.


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